Der Australian Shepherd

 

Rassestandart:

 

Der Australien Shepherd ist gut proportioniert, etwas länger als hoch und von einer mittleren Größe.

Eine große Vielfalt hat das Haarkleid. Er ist sehr aufmerksam und lebhaft, sehr geschmeidig in seinen Bewegungen. Sein Haarkleid ist mittellang. Der Aussie hat entweder eine lange Rute, aber auch eine  kupierte, oder natürliche Stummelrute (NBT) sind zu finden.

 

Körperbau:

Der Aussie ist robust. Der Körperbau des Rüden ist eher kräftig, ohne jedoch derb zu wirken. Die Hündin ist eher sehr weiblich in ihrem Aussehen.

 

Charakter (Wesen):

Der Aussie ist ein intelligenter Wegbegleiter. Er ist charakterlich ausgeglichen und gutmütig, selten ist er streitsüchtig. Er kann jedoch beim ersten Kontakt eher zurückhaltend sein. Er hat  das typische "Will to please"

 

Größe:

Bei Rüden ist die bevorzugte Wiederristhöhe 51-58 cm und bei Hündinnen 46-53 cm. Jedoch ist bei der Beurteilung des Hundes die Qualität wichtiger als eine leichte Abweichung der Größe.

 

 

Gangart:

Die Gangart des Australian Shepherd ist geschmeidig, leicht und frei. Er hat aber harmonische raumgreifende Bew

egungen. Vorder- und Hinterläufe bewegen sich gerade und parallel zur mittleren Achse des Körpers. Bei schnellerer Geschwindigkeit nähern sich Vorder- und Hinterhand der mittleren Schwerpunktlinie des Körpers.

 

 

Haarkleid:

Das Haarkleid ist von mittlerer Länge, es ist gerade kann aber auch gewellt sein. Es ist Wetterbeständig.

Die dichte Unterwolle ändert sich den klimatischen Bedingungen entsprechend. Das Haar ist kurz und glatt am Kopf, an den Ohren, an der Vorderhand und unterhalb der Sprunggelenke. Die Hinterseiten der Vorderläufe und die Hosen sind mäßig befedert. Bei den Rüden sind Mähne und Halskrause mäßig ausgebildet, was bei den Hündinnen eher weniger ist.

 

 

 

 

Gesundheit

Hütgelenksdysplasie (HD)

Eine Hüftgelenk-Dysplasie (HD) beim Hund ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Der Oberschenkel-Kopf liegt nicht ausreichend tief in der Hüftpfanne und ist locker. Das Hüftgelenk renkt sich dadurch teilweise oder komplett aus (Subluxation, Luxation). Durch die Reibung des lockeren Gelenks degenerieren der Knorpel und der Knochen; es bildet sich eine Arthrose (Gelenkverschleiß) beim Hund aus.

Hunde mit Hüftgelenk-Dysplasie bewegen sich nicht mehr gerne, vor allem das Aufstehen bereitet ihnen Probleme, der Gang wird „wackelig“. Bei Bewegung hat der Hund Schmerzen und manchmal knacken die Gelenke. Der Tierarzt stellt die Hüftgelenk-Dysplasie (HD) beim Hund durch eine Röntgen-Untersuchung fest.

 

 

Ellenbogenmdysplasie (ED)

Die Ellbogendysplasie (ED) ist ein chronisch verlaufender Krankheitskomplex des Ellbogengelenks schnellwüchsiger Hunderassen. Die ED stellt eine vererbte Entwicklungsstörung des wachsenden Skeletts dar. Hohes Körpermassewachstum und Fütterungsfehler sind weitere begünstigende (prädisponierende) Faktoren. Die ED beginnt in der späten Wachstumsphase bei vier bis acht Monate alten Jungtieren mit einer schmerzhaften Veränderung des Gelenks und der gelenkbildenden Knochenteile (Osteoarthrose) mit Lahmheit. Der Bewegungsumfang des Ellbogengelenks ist eingeschränkt. Frühzeichen sind Steifigkeit am Morgen oder nach Ruhepausen. Die Krankheit schreitet lebenslang fort und ist nicht heilbar, eine weitgehende Schmerzfreiheit kann aber in vielen Fällen erreicht werden.

 

OCD

OCD im Bereich der Gelenksflächen entsteht so, dass sich die Knorpelzellen sehr schnell teilen und der Verknöcherungsvorgang zu langsam fortschreitet. Der Gelenksknorpel wird dadurch sehr dick. Weil Knorpel keine Blutgefässe enthält, wird er von der Gelenksschmiere her mit Nährstoffen versorgt. Bei einem sehr dicken Gelenksknorpel werden die Knorpelzellen, welche am weitesten vom Gelenk entfernt liegen ungenügend mit Nährstoffen versorgt. Sie sterben ab. Der Gelenksknorpel ist dadurch nicht mehr fest mit dem darunterliegenden Knochen verbunden und löst sich vom Knochen ab. Zusätzlich entstehen Risse im Gelenksknorpel, durch welche Gelenksschmiere zwischen Knorpel und Knochen eindringen kann. Der Gelenksknorpel wird dadurch abgelöst. Die abgelöste Knorpelscheibe kann entweder am Ort bleiben, oder auch im Gelenk "wandern". Man spricht dann von einer Gelenksmaus. In jedem Fall werden Abbauprodukte der abgestorbenen Knorpelzellen freigesetzt und führen zu einer Entzündung mit Schmerzen im betroffenen Gelenk. Erst jetzt tritt eine Lahmheit auf. Wenn die Ursache der Erkrankung nicht behandelt wird, bleibt die Entzündung bestehen und wird chronisch. In der Folge entwickelt sich eine Arthrose, das heisst eine degenerative Gelenkserkrankung. Es kommt zu knöchernen Zubildungen in und ums Gelenk. Diese Veränderungen sind nicht mehr rückgängig zu machen, und es entsteht ein bleibender Schaden am Gelenk.


Progressive Retina-Atrophie (PRA)

Die Progressive Retinaatrophie (PRA) steht für eine Gruppe von erblich bedingten Photorezeptor- Störungen der Netzhaut, die bei verschiedenen Hunderassen durch unterschiedliche Mutationen hervorgerufen werden.

Die Progressive Retina Atrophie (PRA) ist eine fortschreitende Erkrankung der Netzhaut (Retina). Dabei werden die Photorezeptoren des Auges im Laufe der Zeit zerstört. Die Veränderungen verlaufen bilateral und symmetrisch. Zuerst verlieren die Stäbchenzellen ihre normale Funktion. Dies führt zu zunehmenden Nachtblindheit sowie dem Verlust der Anpassung des Sehvermögens. Durch die Degeneration der Zapfenzellen kommt es schließlich zur völligen Erblindung des Hundes. Der Beginn der Erkrankung variiert innerhalb einer Rasse, häufig erfolgt aber die Diagnose erst im Alter von ca. 6 Jahren.

Man unterscheidet sich spät entwickelnde degenerative Veränderungen von sich bereits im Welpenalter klinisch manifestierenden dysplastischen Störungen. Abgesehen vom Lebensalter, in dem die Erkrankung in Erscheinung tritt, sind die klinischen und ophthalmologischen Symptome ähnlich. Betroffene Hunde zeigen eine bilaterale Mydriasis, das Tapetum lucidum reflektiert verstärkt und das retinale Gefäßnetz erscheint atrophisch.

 

HSF4


Als Katarakt wird eine Trübung der Augenlinse bezeichnet, die aufgrund der sichtbaren gräulichen Verfärbung im fortgeschrittenen Stadium auch als „grauer Star“ bekannt ist. Die Hereditäre Katarakt (HC) beim Australian Shepherd ist eine erbliche Form der Katarakt aufgrund einer Mutation im HSF4 Gen, die als Hochrisikofaktor angesehen werden kann. So konnte gezeigt werden, dass Mutationsträger ein etwa 17-fach erhöhtes Risiko aufweisen, an binokularer Katarakt zu erkranken als Hunde, die die beschriebene Mutation nicht tragen. Heterozygote Anlageträger, die nur eine Kopie des defekten HSF4 Gens besitzen, leiden häufig an einer hinteren subkapsulären Katarakt, die nur selten das Sehvermögen beeinflusst. Tritt die Mutation reinerbig (homozygot) auf, erkranken die betroffenen Hunde an einer nukleären Form, welche das Sehvermögen fortschreitend beeinträchtigt. Die ersten Symptome treten häufig, aber nicht ausschließlich, in jungen Jahren auf. Eine andere genetische Variante führt beim Boston Terrier zu der frühen Form der Katarakt. Die gleiche Variante verursacht Katarakt bei der Französischen Bulldogge und beim Staffordshire Bull Terrier. Bei beiden Rassen wird die Katarakt autosomal-rezessiv vererbt.

 

MDR

Ivermectin ist ein normalerweise sicher anzuwendendes Antiparasitikum, das bei einer intakten Blut-Hirn-Schranke nicht ins Gehirngewebe übergehen kann. In den 1980er Jahren wurden erstmals bei Hunden gravierende neurotoxische Effekte bei der Verabreichung von Ivermectin beobachtet. Betroffene Tiere zeigten neurotoxische Effekte bereits bei einer Dosierung von 150µg pro kg Körpergewicht, während nicht betroffene Tiere eine Gabe von bis zu 2000µg pro kg Körpergewicht ohne das Auftreten einer klinischen Symptomatik verabreicht werden konnte. Klinische Symptome betroffener Tiere können von Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Desorientiertheit, Erbrechen und Zittern bis hin zu komatösen Zuständen reichen.

 

Epilepsie

 

Die Epilepsie bei Hunden ist eine Erkrankung, bei der die Nervenzellen im Gehirn übermäßig erregt sind und der Hund dadurch krampft. Tierärzte unterscheiden die primäre Epilepsie bei Hunden von einer sekundären Epilepsie. Die primäre Epilepsie bei Hunden ist eine Erbkrankheit, die gehäuft bei bestimmten Rassen, beispielsweise dem Golden Retriever, Labrador Retriever, Collie oder Beagle, vorkommt. Die Nervenzellen von Hunden mit Epilepsie sind leichter erregbar, was zu den Krämpfen führt. Bei einer sekundären Epilepsie bei Hunden ist eine andere Grunderkrankung die Ursache für die epileptischen Krämpfe. Beispielsweise können eine Entzündung des Gehirns, eine Leber- oder Nierenerkrankung oder eine Vergiftung beim Hund die Krämpfe auslösen.

Im „klassischen epileptischen Krampf“ liegt der Hund auf der Seite, ist nicht mehr ansprechbar und zeigt Streckkrämpfe und rudert mit den Beinen. Er kann Urin und Kot verlieren und oftmals speichelt er. Die Augen können verdreht sein. Wie lange ein epileptischer Krampf beim Hund dauert, variiert sehr stark. Meist sind die Hunde nach einem Krampf verwirrt, desorientiert und erschöpft. Untypische Krämpfe äußern sich beispielsweise durch Zucken einer Gliedmaße oder eines Muskels oder durch auffälliges Verhalten; der Hund schnappt beispielsweise nach nicht vorhandenen Fliegen, läuft im Kreis, starrt in die Luft oder bellt fiktive Personen oder Gegenstände an.